ePIC

Fortschritte EPICA/Eisbohrungen.

Edit Item Edit Item

General Information:

Citation:
Oerter, H. (2004): Fortschritte EPICA/Eisbohrungen. , 7. Sitzung der Arbeitsgruppe "Geowissenschaftliches Bohren" der Senatskommission der DFG für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsforschung, Tübingen. Nov. 2004. .
Cite this page as:
Contact Email:
Download:

Supplementary Information:

Abstract:

Stand der BohrarbeitenDas European Project for Ice Coring in Antarctica (EPICA) beinhaltet zwei tiefe Eiskernbohrungen. Die erste wird auf Dome C (75°06'04"S; 123°20'52"E, 3233 m (WGS84)) abgeteuft, die zweite in Dronning Maud Land (DML) an der Kohnen-Station (75°00'06"S; 00°04'04"E, 2892 m (WGS84)).Die Bohrung bei Dome C wurde bisher auf 3201m abgeteuft, mit einem Eisalter von 810.000 Jahren. In der kommenden Antarktissaison 2004/05 soll bis zum Untergrund weitergebohrt werden (Eismächtigkeit 3309±22 m).Die Bohrung bei der Kohnen-Station steht bei 2565m Teufe, geschätztes Eisalter 215.000 Jahre. In der Saison 2004/05 sind keine Bohrarbeiten vorgesehen. Erst in der Saison 2005/06 soll die Bohrung bis zum Untergrund abgeteuft werden (Eismächtigkeit 2782 ±10 m), Die Federführung bei Logistik und Bohren an der Kohnen-Station liegt beim AWI. Das AWI hat vor allem in der Saison 2003/04, als das EPICA EU-Projekt kostenneutral um ein Jahr verlängert worden war, erhebliche Haushaltsmittel in das Projekt eingebracht.Stand der AuswertungBohrarbeiten und Auswertung erfolgen in internationaler Kooperation. Der Schwerpunkte der deutschen Beteiligung liegt bei der DML-Bohrung und umfasst Eisschild-Modellierung, Messung stabiler Isotope (18O, 2H) im Eis und am eingeschlossenen Kohlendioxid (13C), Ionenchromatographie, Continuos Flow Analysis (CFA) & Staub und physikalische Eigenschaften sowie Laserablations-ICPMS. Neben zahlreichen Einzelveröffentlichungen wurde unter der Autorenschaft der EPICA community ein Übersichtsartikel (Eight glacial cycles from an Antarctic ice core) zur Dome C Bohrung in Nature 429, 623-628 (2004) veröffentlicht. 2005 soll ein vergleichbarer Artikel zur DML-Bohrung folgen. Der Stand der Auswertung wurde im Abschlussbericht des EU-Projektes EPICA-III (05/2001-04/2004) zusammengefasst.FinanzierungEPICA wurde 2001-2004 aus EU-Mitteln und nationalen Beiträgen finanziert. Das EU-Projekt-Budget umfasste 7 Mill für 14 Partner und ursprünglich 2 Jahre, mit kostenneutraler Verlängerung um ein 3. Jahr. Davon entfielen auf das AWI für Logistik 2,03 Mill (41 % EU-Anteil) und Wissenschaft 1,16 Mill (24% EU-Anteil)Die zusätzlichen nationalen Beiträge für EPICA werden vom AWI bereitgestellt.Die Messung der stabilen Isotope an dem DML-Eiskern werden mit Unterstützung der DFG im Schwerpunktsprogramm Antarktisforschung gefördert. (OE103/5 und STI270/1; Projektdauer 2 Jahre). Die Messungen starteten in Zusammenarbeit zwischen AWI, Bremerhaven/Potsdam und GSF, Neuherberg. Die Fördermittel für die GSF wurden im 2. Projektjahr nicht mehr bewilligt.Die 13C-Messungen an Gasen sowie die IC-Messungen sind in die Arbeiten der Nachwuchsforschergruppe RESPIC (Dr. H. Fischer, AWI) im Rahmen des DEKLIM-Paleo-Programms des BMBF eingebunden.Die übrigen deutschen Arbeiten (Modellierung, CFA & Staub, physikalische Eigenschaften) werden vom AWI finanziert.Für den Abschluss der Bohrarbeiten und die weitere Auswertung wurde im 6. Rahmenprogramm der EU ein STREP-Projekt (Enhanced palaeoreconstruction and integrated climate analysis through marine and ice core studies (EPICA-MIS)) mit einer Laufzeit von 3 Jahren beantragt. Die Vertragsverhandlungen stehen vor dem Abschluss und es ist mit einem Projektstart zum 1.12.2004 zu rechnen. In diesem Projekt soll bei der Auswertung besonderes Gewicht auf den Vergleich und die Synchronisation der Eisbohrkerne mit marinen Sedimentkernen gelegt werden.Ergebnisse bereits vorliegender Eiskernanalysen sollen auch in ein geplantes EU Integrated Projekt (IMproved climate PRedictIons from Research on the Natural climaTe variability of warm periods (IMPRINT)) einfließen, das sich in der Antragsphase befindet.Weitere BohrprojekteGrönland:Das Eiskerntiefbohrprojekt NGRIP (75.10°N, 42.32°W, 2917 m) in Nordgrönland erreichte in der Saison 2003 den Untergrund (Eismächtigkeit 3085 m) mit einem Eisalter von 123.000 Jahren. Wie sich herausstellte, tritt an der Bohrstelle subglaziales Schmelzen auf, was zwar das erhoffte Eisalter verringert, aber zu einer vergleichsweise hohen zeitlichen Auflösung des Eem in diesem grönländischen Kern führte. Erste Resultate (High-resolution record of Northern Hemisphere climate extending into the last interglacial period) wurden von der NGRIP Community in Nature 431, 147-151 (2004) veröffentlicht.Antarktis:In der Antarktis wird in der Saison 2004/05 in Britisch-Französicher Zusammenarbeit die Bohrung auf Berkner Island fortgesetzt.Die Bohrung auf Dome F(uji), die bei einer Teufe von 2503 m (Eisalter 340.000) abgebrochen wurde, soll in der kommenden Saison erneut begonnen werden (Japan).Von Italien-Frankreich gibt es Planungen für eine Bohrung auf Talos Dome. Der ausgewählte Bohransatzpunkt (159°1100E, 72°4940, 2316 m) liegt auf dem südöstlichen Ice divide über flachen Untergrund (ca. 750 m ü.M.) und weist eine Eisbedeckung von 1550 m auf. Das Eisalter 100m über dem Untergrund wurde zu 120.000 Jahren abgeschätzt. Mit der Vorbohrung soll bereits 2004/05 begonnen werden. Das AWI wird sich an diesem Projekt beteiligen.Auf Dome A plant China in den nächsten Jahren eine Eiskerntiefbohrung durchzuführen. Erste Vorerkundungen beginnen ebenfalls in der Saison 2004/05.Im Frühjahr 2004 fand auf Einladung der NSF ein Internationaler Drillers Workshop in Washington, DC, statt auf dem Bohrtechnologie und die weitere Strategie des Eiskernbohrens diskutiert wurde. Als weitere internationale Projekte wurde die Suche und das Erbohren des ältesten Eises in der Antarktis und das abteufen einer Serie von Tiefbohrungen im Randbereich der Antarktis in den Raum vorgeschlagen.Großes Interesse besteht von Seiten geologischer Arbeitsgruppen über die Eiskerntiefbohrung bei der Kohnen-Station nach Erreichen des Untergrundes den subglazialen Untergrund zu beproben. Dies ist jedoch mit der eingesetzten Eiskernbohrtechnik nicht möglich. Hierzu müsste zumindest ein neuer Bohrkopf entwickelt werden.

Further Details:

Imprint
AWI
Policies:
read more
OAI 2.0:
http://epic.awi.de/cgi/oai2
ePIC is powered by:
EPrints 3