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Krabben erobern limnische und terrestrische Lebensräume: Anpassungsstrategien in der Larvalentwicklung

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Anger, K. (2005): Krabben erobern limnische und terrestrische Lebensräume: Anpassungsstrategien in der Larvalentwicklung , 12. Crustaceologen-Tagung, Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg, Abt. Deutsches Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung, DZMB, Wilhelmshaven.-20. Februar 2005. .
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Eine ursprünglich marine, küstenbewohnende Krabben-Art (Sesarma spec.) besiedelte vor ca. 4.5 Mio Jahren die Insel Jamaika und spaltete sich anschließend in einer adaptiven Radiation in neue, limnische und terrestrische Lebensräume bewohnende Arten auf. Da die frühen ontogenetischen Stadien (Embryonal- und Larvalentwicklung) bei Dekapoden generell als besonders empfindlich gegenüber nicht-marinen Bedingungen gelten, insbesondere gegen niedrige Salzgehalte und das Fehlen planktischer Nahrungsquellen, dürften sie das Hauptproblem bei der Eroberung des Süßwassers und des Landes gewesen sein. Trotz dieser Schlüsselrolle in ihrer Evolution sind sie bisher jedoch erst bei einer einzigen der (z.Z. zehn) bekannten endemischen Arten näher untersucht worden. Neue experimentelle Untersuchungen an weiteren vier Arten haben gezeigt, dass keine dieser Krabben eine direkte Entwicklung ohne Larvalphase aufweist, sondern einen komplexen Lebenszyklus mit zwei frei lebenden Zoea-Stadien und einer Megalopa. Als Anpassung an mangelnde planktische Nahrung sind die Zoeen völlig lecithotroph, während die Megalopa verfügbare benthische Nahrung aufnehmen und in Körperwachstum umsetzen kann; allerdings kann sich dieses Stadium bei allen bisher untersuchten Arten auch in völliger Abwesenheit von Nahrung erfolgreich zur Metamorphose entwickeln (fakultative Lecithotrophie). Die endotrophe Phase (Embryonal- und Zoea-Entwicklung; auch Megalopa ohne Futter) basiert v.a. auf der Nutzung interner Lipidreserven. Gefütterte Megalopen sammeln dagegen vorrangig Proteine an, die für den Aufbau neuer Organe und Gewebe benötigt werden. Als zusätzliche Anpassungen an das Leben unter limnischen oder terrestrischen Bedingungen werden frühe larvale Fähigkeiten zur Hyper-Osmoregulation sowie mütterliches Brutpflegeverhalten vermutet.

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