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AISTEK-II Die tektonische Entwicklung des Mosambik-Rückens und Mosambik-Beckens

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König, M. , Jokat, W. and Watkeys, M. (2006): AISTEK-II Die tektonische Entwicklung des Mosambik-Rückens und Mosambik-Beckens , 66. Jahrestagung der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft, 6-9 Mar., Bremen, Germany. .
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Die \"Offnung zwischen Afrika und der Antarktis an der Nahtstelle S\"udwest--Afrika und Dronning Maud Land, Antarktis, war von entscheidender Bedeutung f\"ur die Entwicklung einer Meeresstr\"omung zwischen dem S\"udatlantik und dem indischen Ozean. Zur Rekonstruktion der pal\"aoklimatischen Verh\"altnisse im mittleren und sp\"aten Jura ist das Wissen um die Verteilung von Meeresstr\"omungen einer der wichtigsten Parameter. Geodynamische Modellierungen bilden die Grundlage zur Berechnung der Pal\"aobathymetrie und liefern damit wichtige Randbedingungen zur globalen Modellierung von Ozeanstr\"omungen.Plattentektonische Rekonstruktionen der Kontinente Afrika und Antarktis sind gepr\"agt von der Unsicherheit in der Bestimmung der Position des Mosambik--R\"uckens vor und w\"ahrend der \"Offnung der angrenzenden Ozeanbecken, dem Lazarev Meer, dem Riiser--Larsen Meer (beides Antarktis) und dem Mosambik--Becken (Afrika). Im Lazarev Meer konnten bislang keine Meeresbodenspreizungsanomalien identifiziert werden die eine zweifelsfreie Interpretation von Position und Zeitpunkt der \"Offnung zwischen dem Mosambik-R\"ucken und der Antarktis zulassen. F\"ur die konjugierende Seite, s\"udlich des Mosambik-R\"uckens, gibt es bislang keinen hoch aufl\"osenden Datensatz der eine eindeutige Datierung des Ozeanbodens in dieser Region erm\"oglicht.Die Expedition SO--183 mit FS Sonne im Fr\"uhjahr 2005 hatte zum Ziel magnetische Messungen s\"udlich des Mosambik-R\"uckens und im Mosambik-Becken entlang ausgew\"ahlter Profillinien durchzuf\"uhren. Dies soll die Berechnung eines verbesserten geodynamischen Modells zur fr\"uhen \"Offnung zwischen Afrika und der Antarktis erm\"oglichen. Zus\"atzlich wurde an sechs verschiedenen Positionen das Basement unter Einsatz einer Dredge beprobt um Anhaltspunkte zur Struktur und Zusammensetzung des Mosambik-R\"uckens zu bekommen. Erg\"anzt wurden die Messungen durch den Einsatz eines F\"achersonars und Schweremessungen die an Bord des Schiffes durchgef\"uhrt wurden.F\"ur die magnetischen Vermessungen wurde ein geschlepptes Magnetometersystem verwendet. Bei einer Geschwindigkeit von 10--11~Knoten wurde der Sensor 200~m hinter dem Schiff geschleppt. Als Backup-System wurde f\"ur die Dauer der Fahrt ein Dreikomponenten--Fluxgate--Magnetometer an Bord installiert. F\"ur die seegravimetrischen Vermessungen wurde ein LaCoste \& Romberg S56 Gravimeter verwendet.Erste Auswertungen der Magnetometerdaten des geschleppten Systems lassen eine Interpretation von Meeresbodenspreizungsanomalien s\"udlich des Mosambik--R\"uckens zu. Aus vorl\"aufigen Modellierungen der magnetischen Anomaliesequenzen ergibt sich ein Alter zwischen M4 (125~Ma) und M10 (130~Ma) f\"ur den Bereich s\"udlich des Mosambik--R\"uckens. Auf dem R\"ucken selbst werden Anomalien mit Amplituden von bis zu 800~nT beobachtet. Es gibt Hinweise f\"ur eine Entstehung dieser Anonalien an einem aktiven Spreizungssystem vor M10 (130~Ma). Als Konsequenz daraus kann der Mosambik--R\"ucken als ozeanischen Urspungs interpretiert werden. In geodynamischen Modellen zur Rekonstruktion der \"Offnung zwischen Afrika und der Antarktis kann somit das Problem des \"Uberlapps des Mosambik--R\"uckens auf Dronning Maud Land gel\"ost und eine sequentielle Entstehung des Mosambik--R\"uckens eingef\"uhrt werden.Die Daten des Mosambik--Beckens best\"atigen in weiten Teilen die Interpretationen fr\"uherer Expeditionen. Im westlichen Teil des Beckens k\"onnen die magnetischen Anomalien \"uber mehrere Linien korreliert werden. F\"ur den n\"ordwestlichen Teils wird ein maximales Alter von ca. 152~Ma (M22) angenommen. Der \"ostliche Teil des Mosambik--Beckens ist durch geringe Amplituden der magnetischen Anomalien gekennzeichnet. Die Korrelation der Signale \"uber mehrere Linien ist durch den st\"orenden Einflu\"s von Bruchzonen (Davie Fracture Zone) nur bedingt m\"oglich. Eine erste Interpretationen der Daten kann bestehende Modelle zur geodynamischen Entwicklung des Beckens best\"atigen, zeigt jedoch eine deutlich verbesserte zeitliche Aufl\"osung. Somit ist eine detailliertere Rekonstruktion der Becken\"offnung im Riiser--Larsen Meer und dem Mosambik--Becken m\"oglich und kann als Grundlage z.B. f\"ur pal\"aobathymetrische Modelle verwendet werden.

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