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Grünland? Über den Stand der Wissenschaft zu den Abschmelzprozessen auf Grönland und den möglichen Folgen.

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Oerter, H. (2009): Grünland? Über den Stand der Wissenschaft zu den Abschmelzprozessen auf Grönland und den möglichen Folgen. , 4. ExtremWetterKongress, Institut für Wetter- und Klimakommunikation, Klimahaus Bremerhaven.-21.02.2009. .
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Von der Gesamtfläche Grönlands von 2,166 Mill. Quadratkilometern sind nur 0,410 Mill. Quadratkilometer eisfrei, das heißt 81,1 % sind mit Inlandeis bedeckt. Das Inlandeis wird aus Schneeniederschlägen gebildet, die sich unter zunehmendem Druck allmählich zu Gletschereis verwandeln. Das Inlandeis wurde also aus Süßwasser gebildet und muss deutlich unterschieden werden von dem aus gefrorenem Meerwasser entstandenem Meereis, das das Nordpolarmeer bedeckt. Das auf Grönland liegende Inlandeis hat ein Volumen von 2,9 Mill. Kubikkilometern, entsprechend einer mittleren Mächtigkeit von ca. 1680 Metern. Im zentralen Bereich erreicht es Mächtigkeiten von bis zu 3080 Metern. Würde man die heutige Inlandeismasse auf die heutige Meeresoberfläche verteilen, so würde dies einer Änderung von 7,3 Metern entsprechen. Die Inlandeismasse wird im so genannten Akkumulationsgebiet durch den jährlichen Schneefall laufend ergänzt, während sie im Ablationsgebiet etwa zu gleichen Teilen durch Eisabfluss ins Meer (Kalben von Eisbergen und subglazialem Schmelzen) sowie durch Schmelzen an der Eisoberfläche an Eismasse verliert. Die Differenz zwischen Gewinn und Verlust an Eismasse wird als Massenbilanz bezeichnet. Die heutige jährliche Massenbilanz des Grönländischen Inlandeises ist negativ, das heißt Grönland verliert an Eismasse. Im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte hat sich zwar die Akkumulation im zentralen Bereich des Eisschildes infolge stärkerer Niederschläge erhöht, aber die Abschmelzprozesse haben sich infolge allgemeiner Erwärmung wesentlich mehr verstärkt. Dies betrifft sowohl die Fläche, auf der im Randbereich des Eisschildes im Sommer Schmelzen auftritt, als auch die Beträge des Schmelzens. Zusätzlich wurde beobachtet, dass sich die Geschwindigkeit einiger Eisströme beschleunigte und auch so mehr Eis zum Meer hin abgeführt wurde. Mit Satellitentechnik kann die Eisoberfläche zu verschiedenen Zeitpunkten genau erfasst werden und so Gewinn und Verlust an Eismasse für den dazwischen liegenden Zeitraum berechnet werden. Auch die satellitengestützten Schweremessungen des Gravity Recovery and Climate Experiments (GRACE) tragen dazu bei Eismassenänderungen zu detektieren. Nach den Angaben im IPCC Report 2007 betrug der Beitrag des Grönländischen Inlandeises zum Meeresspiegelanstieg im Zeitraum 1961-2003 zwischen -0.07 und +0.17 mm/Jahr und im Zeitraum 1993-2003 zwischen +0,14 und +0,28 mm/Jahr, die Tendenz ist steigend.

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