ePIC

Die Überlieferung der sibirischen Permafrostgeschichte in Sedimentkernen aus dem El'gygytgyn-Impaktkrater

Edit Item Edit Item

General Information:

Citation:
Schwamborn, G. , Meyer, H. , Fedorov, G. B. , Schirrmeister, L. and Hubberten, H. W. (2010): Die Überlieferung der sibirischen Permafrostgeschichte in Sedimentkernen aus dem El'gygytgyn-Impaktkrater , 32. Treffen des Arbeitskreises "Geologie und Geophysik der Polargebiete" Deutsche Gesellschaft für Polarforschung 09.-10. April 2010 Schloss Wahn, Köln. .
Cite this page as:
Contact Email:
Download:

Supplementary Information:

Abstract:

Signale der Umwelt- und Klimageschichte der terrestrischen Arktis haben sich im El'gygytgyn-Impaktkrater in der sedimentären Permafrostformation und im Seesedimentarchiv erhalten. Die Entstehung des Kraterbeckens in Zentral-Tschukotka (Russland) durch einen Meteoriteneinschlag vor 3,6 Mio Jahren erlaubt dabei Klima- und Umweltveränderungen bis ins Spätpliozän zurückzuverfolgen, da seit dieser Zeit keine Gletschervorstöße die Beckenablagerungen gestört haben. Aus Pilotstudien zur Permafrostgeschichte am Kraterrand ist der Umweltwandel bis ca. 14.000 Jahre vor Heute abgeleitet worden. Neue Kerne im Rahmen von ICDP-Tiefbohrungen aus den Jahren 2008/9 eröffnen nun die Möglichkeit, die Permafrostgeschichte auf längeren Zeitskalen bis maximal zum Zeitpunkt der Entstehung des Beckens zu verfolgen.Die Rückschlüsse auf die Permafrostdynamik basieren auf Untersuchungen (1) der Eiskeilarchitektur im Kraterrand, (2) der hydrochemischen Zusammensetzung und der stabilen Wasserisotopen-Signatur im Grundeis und (3) der mineralogischen Zusammensetzung des Verwitterungsschutts, die v.a. über die selektive Quarzverwitterung auf die Dynamik von Gefrier-Tauwechseln, d.h. die Intensität von Permafrostbildung rückschließen lässt. Flankiert werden diese Proxy-Daten von Altersdatierungen und von Pollen-Untersuchungen, die zur Rekonstruktion der Vegetationsgeschichte führen.Das Permafrost-Bohrloch ist seit 2008 mit einer Thermistormesskette instrumentiert, um eine Langzeit-Temperaturaufzeichnung einzurichten sowie eine Modellierung zu stützen, die die Ausdehnung der ungefrorenen Zone (Talik) um den El'gygytgyn-See berechnet. Der Talik könnte im Zusammenhang mit Hanginstabilitäten stehen, die Suspensionströme ins tiefere Seebecken auslösen, welche als Turbidite zahlreich im Seesedimentkern überliefert sind.Unser Beitrag fasst zudem den gegenwärtigen Stand der laufenden Untersuchung am 141 m langen Permafrostkern zusammen.

Further Details:

Imprint
AWI
Policies:
read more
OAI 2.0:
http://epic.awi.de/cgi/oai2
ePIC is powered by:
EPrints 3