Ein Plädoyer, eine der Schlüsselfragen von eScience wahrzunehmen: Authentisierung und rollenbasierte Autorisierung


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hpfeiffenberger [ at ] awi-bremerhaven.de

Abstract

In der Tat ist die Zeit und fast auch die Technik reif für den "Qualitätssprung, den sich die Wissenschaft von den neuen Technologien ... verspricht": Es wird jedoch kaum die eine "Killerapplikation" geben, die diesen Qualitätssprung ausmacht. Vielmehr ist zu erwarten, dass eine umfassende Beschleunigung und Vertiefung der wissenschaftlichen Kommunikation und Kooperation im globalen und auch interdisziplinären Maßstab durch ein Bündel von Anwendungen möglich wird.Zwei Entwicklungen der letzten Jahre setzen dazu Eckpunkte, zumindest im Bereich des Zugriffs auf gespeichertes Wissen: Die Bewegung zu "Open Access" wird durch die "Berliner Erklärung" und deren Würdigung von Primärdaten und Software um ein wesentliches Element ergänzt, aber auch vor eine größere Aufgabe gestellt. Der Zugriff auf Primärdaten ist zugleich auch eine Forderung der DFG "Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis", die durch gewisse Vorfälle neue Aufmerksamkeit gewonnen hat.Diese wichtigen Elemente einer eScience-Infrastruktur werden anhand schon heute realer Szenarien an Instituten der Helmholtz-Gemeinschaft diskutiert und daraus Thesen zu notwendigen Eigenschaften organisationsübergreifender Authentisierungs- und Autorisierungsverfahren abgeleitet.Schon institutionsinterne Abläufe bei der Erstellung und Qualitätskontrolle von Dokumenten oder von Datensätzen mit großem langfristigem Wert - gerade auch vor deren Veröffentlichung - bedürfen offensichtlich der Identifizierung und auch einer Kennzeichnung der Rollen der handelnden Personen, die dann zur Vergabe entsprechender Rechte führt. Wenn einschlägige organisatorische Abläufe im Falle internen Handelns noch ohne explizit netzgestützte Mechanismen möglich sind, so können sie bei nationalen oder gar internationalen Projekten und Programmen ganz gewiss von einer systematisch aufgebauten Authentisierungs- und Autorisierungs-Infrastruktur profitieren.Eine Infrastruktur zum Zugriff auf Terabyte-Archive aufzubauen, die tatsächlich "Jedermann/frau" im Internet ohne weiteres offen steht, verbietet sich mit Blick auf die Aktivitäten der heutigen "Skript-Kiddies" offensichtlich. Angesichts der sonst gegebenen Möglichkeit, institutionelle Infrastrukturen lahm zu legen, muss vielmehr von Anfang an - beginnend mit einer systematischen Begriffsbildung über die Rollen im Wissenschaftsbereich - der Begriff des offenen Zugangs auf seine reale und realisierbare Bedeutung zurückgeführt werden. Eine geordnete Öffnung des Zugriffs "auf Zuruf" realisieren zu wollen, wäre dagegen einerseits ein Widerspruch in sich und würde vor allem den Potentialen nicht gerecht, die ein "offener Zugang" erschließt.Als konkrete These formuliert: Viele, wenn nicht die meisten "offenen Zugänge" werden zumindest die Identifizierung der Zugehörigkeit zu einer wissenschaftlichen oder wissenschaftsnahen Organisation voraussetzen. Dies wiederum bedeutet, dass dieser Bereich sich auf ein Mindestmass an Begriffen zur Rollenbeschreibung (etwa: "Mitglied", aber auch spezifischer: "Student", "wissenschaftlicher Mitarbeiter", "leitender Wissenschaftler") wird einigen müssen, über deren Bedeutung Einigkeit besteht. Selbstredend müssen dann auch die Voraussetzungen der Übermittlung dieser persönlichen Daten und schließlich auch eine standardisierten Protokollarchitektur und -infra-struktur - z.B. im Rahmen der OGSA - vereinbart werden.Diese notwendige Grundlage einer leistungsfähigen eScience-Infrastruktur ist aber in erster Linie eine organisatorische und erst in zweiter eine technische Herausforderung. Angesichts lauernder Komplikationen sollte sie sofort angegriffen werden. Bei Erfolg wäre ein Aufholen im internationalen Wettlauf um die Vision eScience noch möglich.



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18.DFN-Arbeitstagung über Kommunikationsnetze, 2.Jun 2004, Düsseldorf, Germany..
Eprint ID
14637
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Pfeiffenberger, H. (2004): Ein Plädoyer, eine der Schlüsselfragen von eScience wahrzunehmen: Authentisierung und rollenbasierte Autorisierung , 18.DFN-Arbeitstagung über Kommunikationsnetze, 2.Jun 2004, Düsseldorf, Germany. .


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