Seismische Untersuchungen des Russell Glacier, Kangerlussuaq, Grönland
Im Rahmen des von der EU geförderten Projektes Ice2Sea, dessen Ziel es ist, den Einfluss der Randzonen großer Eisschilde auf Änderungen des Meeresspiegels zu erfassen, wurde im September 2013 unter Leitung des AWI ein seismisches Projekt mit dem Namen Ice bed-Ice edge durchgeführt. Ziel war es, auf dem Russel-Gletscher an zwei Stellen, eine etwa 7, die andere ca. 60 km vom Eisrand entfernt, auf je 2 sich kreuzenden 5 km langen Profilen die Eisdicke und die Struktur des Gletschers zu untersuchen. Die Profilrichtungen lagen jeweils in Strömungsrichtung des Gletschers und rechtwinklig dazu. Zum Einsatz kam ein 190 m langer snow streamer mit 96 Geophonen; aufgezeichnet wurde mit 4 Geode Registriereinheiten. Angeregt wurde mit Sprengstoff (250 g bzw. 500 g Dynamit im 2 m tiefen Bohrloch) mit einem Schusspunktabstand von 50 m. Dazwischen wurden zum Teil versuchsweise Messungen mit einem Minivibrator (ELVIS) als Energiequelle ausgeführt. An der randnahen Lokalität werden Wasserkörper im Eis und Sedimentschichten im Untergrund vermutet. Im zweiten Messgebiet zeigen die seismischen Daten einen ca. 1800 m langen und 600 m breiten linsenförmigen etwa 20 m dicken Körper unter dem Eis der auf einen subglazialen See deutet. Die Auswertung der Daten ist noch nicht abgeschlossen.
Helmholtz Research Programs > PACES II (2014-2020) > TOPIC 3: The earth system from a polar perspective > WP 3.1: Circumpolar climate variability and global teleconnections at seasonal to orbital time scales