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Wozu brauchen marine Ökosystemekosysteme und Fischer Schutzgebiete? Ökologische Zusammenhänge mit Relevanz für Raumordnungsfragen.

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Arntz, W. and Laudien, J. (2009): Wozu brauchen marine Ökosystemekosysteme und Fischer Schutzgebiete? Ökologische Zusammenhänge mit Relevanz für Raumordnungsfragen. , Deutscher Fischereitag 2009 in Bremerhaven. .
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Die Konzepte für das Fischereimanagement haben in den vergangenen hundert Jahren eine tiefgreifende Wandlung durchgemacht. Zunächst wurden monospezifische Ansätze in gemäßigten und hohen Breiten der Nordhemisphäre entwickelt, in denen einzelne Populationen oder Bestände weitgehend isoliert betrachtet wurden. Solche Fischereien wurden z.B. auch auf Auftriebsgebiete übertragen, in denen pelagische Schwarmfische und einige häufige Arten wie die Seehechte dominieren. Diese Methoden funktionierten nicht in den Tropen und Subtropen, deren Vielarten-Bestände eine gezielte Befischung einzelner Arten nur bedingt zulassen, und machten ein Multispecies-Management erforderlich, das auch Wechselbeziehungen zwischen genutzten Arten berücksichtigte und auf Managementkonzepte im Norden zurückwirkte. Die stark verbesserten Ortungs- und Fangtechniken und die Nutzung der letzten unterfischten Fanggründe und Bestände hielten die Anlandungen eine Zeitlang auf hohem Niveau. Die rückläufigen Weltfischereierträge in den letzten Dekaden des vergangenen Jahrhunderts, der Kollaps wichtiger Fischereien und die auch von der Fischerei zu verantwortende fortschreitende Degradierung mariner Ökosysteme zeigten jedoch, dass eine nachhaltige Nutzung der fischereilichen Ressourcen bei gleichzeitiger Erhaltung der Ökosysteme mit diesen Konzepten nicht möglich ist. Angesichts dieses Offenbarungseids und unter dem zunehmenden Druck der Naturschützer wurden daher die Konzepte des ökosystemgerechten Fischereimanagements (EBFM, ecosystem-based fisheries management) und des räumlichen Fischereimanagements (spatial fisheries management) entwickelt, bei denen die Prioritäten umgedreht sind: Das Management geht nicht mehr vom Fischereiobjekt, sondern vom Ökosystem aus, das horizontal und vertikal in Zonen unterteilt wird, die zu verschiedenen Zeiten befischt oder unter Schutz gestellt werden können. EBFM zielt darauf ab, gesunde Ökosysteme incl. der Fischereien zu erhalten, welche von diesen Ökosystemen getragen werden, ohne dass diese Schaden nehmen. Dabei sollen Fischverteilung, Larvendrift, Weide- und Laichgründe sowie Wanderwege sich in kurzfristigen Veränderungen von Fangtechnik, Fang- und Schutzgebieten, Zielarten usw. niederschlagen.Es soll in diesem Vortrag nicht diskutiert werden, inwieweit solche Vorstellungen aus Sicht der Fischerei realistisch sind; das waren auch die schönen alten Ideen vom langfristigen Dauerertrag oder nachhaltiger Fischerei nicht, jedenfalls nicht in der realen Welt riesiger Fangflotten, unersättlicher Märkte und politischer Fehlentscheidungen, welche die Arbeit des ICES und anderer Organisationen ad absurdum führten. Die traurige Tatsache ist, dass die marinen Ökosysteme sich in einem sehr schlechten Zustand befinden. Um dem abzuhelfen, sind eine Reihe von Konventionen und Vorschriften von den europäischen Meeresanliegern und der EU geschaffen worden, die unter anderem die Einrichtung von Schutzgebieten verlangen, in der die Fischerei eingeschränkt oder verboten ist. Zusammen mit anderen Nutzungen wie Windkraftanlagen bedeutet diese neue Raumordnung einen massiven Eingriff in die bisherigen Rechte und Gewohnheiten der Fischer, die sich natürlich fragen, wie Schutzgebiete, die sie einschränken, die Situation verbessern sollen.Ich möchte in meinem Vortrag auf einige grundlegende ökologische Zusammenhänge in natürlichen, befischten und unbefischten marinen Systemen eingehen. Dabei stütze ich mich auf empirische und experimentelle Befunde aus Nord- und Ostsee und anderen marinen Ökosystemen. Unter dem Strich dienen Schutzgebiete im Rahmen der neuen Managementkonzepte langfristig auch der Fischerei; wieweit allerdings eine Fischerei unter der künftigen Raumordnung noch Sinn macht, ist eine andere Frage.

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